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Tipps zum Fotografieren

Fotografieren bei Temperaturen unter -25 Grad Celsius

Schwachstelle der Kameras sind eindeutig die Batterien. Hier liegt auch der Vorteil von mechanische Typen, die nur für die Lichtmessung Strom benötigen. Sollten die ausfallen, greift man auf den Belichtungsmesser zurück, den man am Körper tragen und damit warm halten kann. Elektronische Kameras (Spiegelreflex wie Sucher) sind zwar beträchtlich größer, aber auch bei ihnen gilt dieses Prinzip.

Ein weiteres Problem ist die Entstehung von Kondenswasser. Beim Verlassen eines warmen Raumes in die Kälte besteht keine Gefahr. Beim Aufsuchen einer warmen Unterkunft ist aber Geduld geboten! Kondenswasser entsteht nämlich nicht nur oberflächlich, z.B. an der Frontlinse, sondern auch im Inneren der Kamera. Ich habe schon mit mehreren Kameras fotografiert, die nicht durch die Kälte im Freien, sondern durch die Kondenswasser-Bildung zeitweise außer Gefecht gesetzt wurden. Besonders zerstörerisch ist es, wenn man mit der Kondenswasser-benetzten Kamera wieder ins Freie geht, das Wasser gefriert im Handumdrehen! Um das Problem in den Griff zu bekommen, ist es hilfreich, vor dem Betreten des warmen Raumes, seine Ausrüstung luftdicht zu verpacken. Erst wenn diese auf Raumtemperatur erwärmt ist, kann man sie bedenkenlos aus ihrer Hülle nehmen.

Vorteilhaft ist natürlich eine gute Bedienbarkeit der Kamera, Objektive und des Stativs auch mit Handschuhen. Nicht vergessen werden sollte auch die Handhabung der Fototasche. Als sinnvoll hat sich bei mir eine Kombination aus relativ dünnem Fingerhandschuh und dickem Fausthandschuh herausgestellt. Mit dem Fingerhandschuh lässt sich die Kamera problemlos bedienen und ein Kleben-bleiben an den Metallteilen, z. B. beim Stativ wird auch verhindert.

Ausrüstung - Kamera

Nicht unbedingt die Ausrüstung bestimmt die Qualität des Bildes, sondern die Person hinter der Kamera in deren Kopf das Bild entsteht.

Die auf dieser Homepage gezeigten Bilder sind zum Teil mit professionellen Kameras wie Nikon FM 2 und F3, als auch mit Amateurkameras wie der Canon EOS 500 oder Sucherkameras von Pentax und Olympus entstanden. Für hochwertige mechanische Kameras, wie die von mir verwendete Nikon FM 2, spricht natürlich die hohe Zuverlässigkeit auch in extremen klimatischen Bedingungen. Bei elektronischen Kameras, wie der sehr beliebten Canon EOS 500, muss man bei Temperaturen unter -20°C mit Funktionsstörungen rechnen. Jedoch ließen sich bisher alle Kameras nach entsprechender Temperierung wieder zum Leben erwecken. Empfehlenswert sind meiner Meinung nach kompakte Sucherkameras. Ich selbst habe immer eine Olympus mju II dabei, die auch bei Temperaturen unter -20°C noch nie versagt hat...

Fazit: Wer jederzeit auf eine funktionierende Kamera angewiesen ist, kommt um viel Mechanik und wenig Elektronik nicht herum. Wer im wesentlichen "nur" ein paar Urlaubsbilder machen will oder im Sommer in der Baikal-Region unterwegs ist, dem reicht auch eine elektronische Spiegelreflex- oder Sucherkamera.

Ausrüstung - Objektive

Weniger ist manchmal mehr. Ein ganzer Rucksack voll Objektive erschließt nicht unbedingt eine Vielzahl von Motiven.

Ich empfehle, sich auf ein paar wenige gute Objektive zu beschränken und diese wirklich kreativ einzusetzen. Als Zoom-Objektiv halte ich ein 28-105mm für absolut ausreichend. Brennweiten unter 28mm haben einen sehr begrenzten Einsatzbereich und verleiten schnell dazu, sich nicht auf das Motiv und die Bildaussage zu konzentrieren. Brennweiten über 105mm sind aus der Hand nur in wenigen Fällen noch ruhig zu halten.

Ich selbst fotografiere ausschließlich mit Festbrennweiten. Als besonders lichtstarkes Objektiv benutze ich ein 1.4/50mm. Im Zuge der weiten Verbreitung von Zoom-Objektiven ist die Normalbrennweite etwas in Vergessenheit geraten. Aber gerade diese Objektive bieten hohe Lichtstärke, kompakte Abmessungen und sehr gute Abbildungsleistungen. Im Unterschied zu einem Weitwinkel zwingen sie zu einer Konzentration auf das Wesentliche. Das zweite von mir eingesetzte Objektiv ist ein 2.8/180mm. Für Schnappschüsse steht mir des weiteren das 2.8/35mm der Olympus mju II zur Verfügung.

Mit elektronischen Objektiven wie den USM von Canon gab es bisher auch bei niedrigen Temperaturen selten Probleme.

Fazit: Wer kompromisslose Qualität und hohe Lichtstärke benötigt, greift am Besten zu Festbrennweiten. Wer auf geringes Gewicht und hohe Flexibilität Wert legt, ist mit einem Zoom-Objektiv oder einer Sucherkamera gut unterwegs.

Ausrüstung - Zubehör

Als wichtigstes Zubehör möchte ich das Stativ bezeichnen. Wer viel Geld in Kamera und Objektive investiert, dann aber ohne Stativ unterwegs ist, der verspielt viele Möglichkeiten für gute Fotos. Zunächst sei hier der Einsatz bei wenig Licht genannt, der, in Folge der langen Verschlusszeiten, ein Fotografieren aus der Hand unmöglich werden lässt. Zum anderen wird man durch die Arbeit mit dem Stativ zu einer längeren Auseinandersetzung mit dem Motiv gezwungen. Außerdem führt der Einsatz von längeren Brennweiten erst durch ein Stativ zu wirklich sehenswerten Bildern. Als einzig sinnvollen Filter in der Farbfotografie würde ich nur den Polarisationsfilter bezeichnen, der für eine größere Farbsättigung und mehr Kontrast sorgt. Als Schutz der Objektiv-Frontlinse ist bei hochwertigen Objektiven ein UV-Filter empfehlenswert. In der Schwarzweiß-Fotografie ist ein Gelb- oder Orangefilter unumgänglich.

Ein Blitzgerät ist nicht nur bei wenig Licht sinnvoll, sondern auch am Tag zur Aufhellung des Vordergrundes. Bei Portraits hilft es, durch eine gleichmäßige Ausleuchtung unerwünschte Schatten aus dem Gesicht zu beseitigen. Ein Belichtungsmesser kann besonders bei schwierigen Lichtverhältnissen bei der Bestimmung der richtigen Belichtung hilfreich sein.

Filmmaterial - Diafilme

Bei Diafilmen sind Empfindlichkeiten zwischen 50 und 200 ISO zu empfehlen. Wer mit lichtstarken Objektiven und/oder Stativ arbeitet sollte eher zum 50 ISO Film greifen. Wer mit einer weniger lichtstarken Sucherkamera oder einem Zoom-Objektiv arbeitet, sollte eher zu höher empfindlichen Filmen greifen (was auch die Hersteller empfehlen). Manche Filme lassen auch eine variable Empfindlichkeit zu. Das heißt, sie können sowohl wie ein 100 ISO, als auch wie ein 400 ISO Film belichtet werden. Bei der Entwicklung muss dies natürlich beachtet werden.

Filmmaterial - Negativfilme

Bei Negativfilmen erreicht man auch mit höheren Empfindlichkeiten gute Ergebnisse. Insofern empfehle ich hier den Einsatz von Filmen zwischen 400 und 800 ISO.

Beschaffung von Kameraausrüstung in Irkutsk

Hochwertige Kameras sind in Irkutsk im Prinzip nicht erhältlich. Das Angebot beschränkt sich auf ein paar einfache Sucherkameras und u.U. einer Spiegelreflex EOS 500. Auch bei russischen Kameras ist das Angebot als dürftig zu bezeichnen. Wer meint, eine Kiev Mittelformat Kamera oder gar spezielle Objektive, wie sie teilweise auch in Deutschland angeboten werden, hier billig kaufen zu können, wird sicher nicht fündig werden.

Bei Filmmaterial ist eine klare Zweiteilung erkennbar: Negativfilme sind überall und zu gleichen Preisen wie in Deutschland erhältlich. Diafilme wird man hingegen lange suchen müssen. Sollte man doch einmal fündig werden, so liegen die Preise wie auch in vielen anderen Reiseländern wesentlich über deutschem Niveau.

Ähnlich sieht es logischerweise bei der Entwicklung aus. Negativfilme können an jeder zweiten Ecke entwickelt werden, Diafilme entwickelt zu bekommen ist schwer. Bei Batterien kann man für gängige Kameratypen sogar ein Schnäppchen machen, die Preise liegen teilweise erheblich unter denen in Deutschland.

Meine persönliche Ausrüstung

Kamera Nikon FM 2n

Objektiv Nikkor 1.4/50mm

Objektiv Nikkor 2.8/180mm

Umkehrring

Orange Filter von B+W

Stativ von Gitzo mit Kugelkopf von Linhof

Belichtungsmesser von Gossen

Drahtauslöser

Taschen von CCS Film Agfa Scala 200x (s/w Diafilm)

von Hagen Quasdorf

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