Bereits Anfang des 20. Jahrhundert drang die Nachricht von der Einmaligkeit des Baikalsees bis an den Zarenhof in St. Petersburg. Zuvor hatten vor allem Forschungsreisende aus ganz Europa bzw. Verbannte wie die Brüder Dybowski begonnen, Flora und Fauna zu erforschen. Dabei erwartete man im kalten Sibirien nicht all zuviel und erst langsam drang die Kunde von dem enormen Artenreichtum im Baikalsee bis nach Europa vor. Die Gefahr, dass durch unkontrollierte Jagd die am Hof in St. Petersburg so begehrten Zobelfelle bald nicht mehr verfügbar wären, bewog im Jahr 1916 den Zaren Nikolaus II den ersten Nationalpark Russlands (Barguzinsky Zapovednik) am Ostufer des Baikalsees zu gründen.
Mit der Oktoberrevolution 1917 wurde diese Entwicklung jedoch jäh unterbrochen. Von nun an stand die wirtschaftliche Entwicklung und die Ausbeutung der Rohstoffe in ganz Sibirien im Vordergrund. Mit Hilfe von Tausenden Häftlingen sollten Sibiriens Rohstoffe erschlossen werden. Die Einwohnerzahl in Sibirien nahm rasant zu, nicht jedoch die dafür notwendige Infrastruktur und so fehlen noch heute in den meisten Städten leistungsfähige Kläranlagen. Mit dem Bau der Zellstofffabrik 1966 in Baikalsk wurde die bis heute größte Quelle für die Verunreinigung des Baikalsees geschaffen.