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Getränke

Tee

Das Standardgetränk schlechthin - trotz aller Wodka-Legenden - ist und bleibt der schwarze Tee. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist im Vergleich zu Deutschland fünfmal so hoch, was z.B. auch den Samowar in der TransSib erklärt. Die meisten Tees kommen aus Indien oder China, selbst sogenannter "Russischer Tee" ist eigentlich Tee aus China, der auf Handelsrouten durch Russland zu uns gelangte. In Georgien und Grusinien liegen zwar auch Anbaugebiete, aber seit dem Reaktorunfall in Tschernobyl sind diese Tees auf dem Weltmarkt nicht mehr zu finden. Was bei uns als "Tee nach russischer Art" oder als "Russische Mischung" verkauft wird, ist meist eine leichte blumige Mischung verschiedener Anbaugebiete, jedoch nur bedingt für das Samowar-Prinzip geignet: Üblicherweise wird dazu in einer kleinen Kanne ein sehr kräftiger Sud gebrüht und dann jedes Glas zu einem Viertel mit Sud und die restlichen drei Viertel mit Wasser gefüllt. Dabei kommt das heiße Wasser traditionell aus dem Samowar - oder profaner einfach aus dem Wasserkocher. Damit der Tee bei diesem Verfahren nicht bitter wird, braucht man spezielle Teesorten, die ich jedoch bei uns noch nicht gefunden habe. Ein Ersatz wäre vielleicht noch Darjeeling oder eine leichte Ceylon/Darjeeling-Mischung.

Gesüßt wird mit viel Zucker oder mit warenje, was sich als Konfitüre übersetzen läßt, jedoch im Allgemeinen um einiges flüssiger ist. Eine wunderbare Variante ist schwarzer Tee mit warenje aus Walderdbeeren, wobei das Beste am Ende die durchgezogenen Beeren auf dem Glasboden sind. Auch sehr beliebt ist sachan daila, eine wilde Rhododendronart, die im Gebirge wächst und von der einige Blättchen mit dem Tee aufgebrüht werden. Das ergibt ein herrlich blumiges Aroma, vielleicht mit Earl Grey vergleichbar, aber trotzdem ganz eigen.

Außerdem gibt es eine ganze Reihe an Kräutertees - von Brombeerblättern bis zum wilden Thymian (tschapress) oder verschiedene bunte Mischungen.

Bier

Von den russischen Sorten ist das inzwischen auch bei uns bekannte "Baltika" am beliebtesten, das in verschiedenen Stärken angeboten wird - mit Nummern von 0(alkoholfrei), 3(Pilsner), 4(dunkel) bis 10(sehr stark). Die Nummer 9, so sagt man, sei mit Wodka gebraut... Genauso gut findet man aber überall amerikanische und europäische Marken.

Wodka

Beim Wodka unterscheidet man zwischen russlandweiten Marken und vielen kleinen regionalen Anbietern, die auch nur regional angeboten werden. Also empfielt sich ein gewisser Lokalpatriotismus. Unsere beliebtesten Sorten sind der herrlich milde "Svjesta Baikala" (Der Stern des Baikalsees) und der etwas schärfere "Baikalskaja", der dafür ein wunderschönes dunkelblaues Etikett hat. Wodkaflaschen gibt es in allen Größen von den handlichen (gut zu schmuggelnden ;-) 0,25l bis zur 2,5l Familenpackung. Man sollte aber auf jeden Fall auf das Papiersiegel am Deckel achten. Ganz wichtig ist, daß Wodka nie auf der Straße und nie alleine getrunken wird, sondern immer in Gesellschaft und zusammen mit Brot, sauren Gurken, Speck, Käse, Sardinen etc. - was halt gerade da ist und den Alkohol bindet. Außerdem wird mit jedem Glas zusammen angestoßen und abwechselnd ein Trinkspruch erhoben, bei denen zumindest die ersten eine festgelegte Reihenfolge haben. Es ist also kein reines Besaufen, sondern auch eine Art gesellschaftliches Ritual und auch wenn das Ergebnis manchmal genauso aussieht, wird so zumindest verständlich, warum die Russen soviel trinken können und warum sie danach Freundschaft geschlossen haben.

Kwas

Eine weitere Spezialität Russlands ist Kwas. Eigentlich nur ein Oberbegriff für ein leicht vergorenes Getränk, wird damit doch meist der aus Schwarzbrot hergestellte gemeint. Es gibt ihn aber auch aus Äpfeln, Erdbeeren, Preiselbeeren, Honig oder verschiedenen Mehlsorten. Das Prinzip ist immer das gleiche: Die Grundzutat wird einige Stunden in Wasser eingeweicht oder kurz aufgekocht und danach mit etwas Zucker und Hefe zum Gären angesetzt. Typische Gewürze sind Pfefferminze, Johannisbeerblätter, Anis oder Rosinen. Das Resultat wird oft mit Bier verglichen, ist jedoch leichter und säuerlicher. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 0,5 und 1,5%.

Alkoholfreies

Natürlich bekommt man an jeder Ecke Cola und Sprite, so man dies braucht. Es gibt aber auch eine ganze Reihe bunter russischer Limonaden, die man gefahrlos durchprobieren kann (ACHTUNG: sehr zuckrig!). Auch das Angebot an verschiedenen Mineralwassern lässt nichts zu wünschen übrig, allerdings sind manche sehr mineralhaltig und damit gewöhnungsbedürftig. Säfte sind meist westliche Importe und (u.a. aus Preisgründen) unter den Russen nicht so sehr üblich.

Burjatenschnaps (Getränk der burjatischen Ureinwohner)

Milchschnaps (karchi, arki), bisher nur von einem Baikalplanmitglied getestet, der eigentlich keinen Alkohol trinkt. Daher sind Aussagen dazu schwer zu bewerten und werden an dieser Stelle weggelassen. Selbst probieren ist hier die Devise.

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