
Es gibt viele heilige Plätze am Baikalsee, denen die burjatischen Ureinwohner eine außergewöhnliche Kraft und geheimnisvolle Geschichte zuschreiben. Ein solcher Ort sind auch die Uschkani-Inseln, an bedeutsamer Stelle in der Mitte des Sees gelegen und zudem Pilgerort für Biologen aus aller Welt. Grund dafür ist Nerpa oder phoca sibirica oder auch die Baikalrobbe - die einzig bekannte im Süßwasser lebende Art aus der Familie der Hunderobben. Bis heute ist es für die Wissenschaft ein Rätsel, wie die Tiere in den Baikalsee gekommen sind. Eine Vermutung ist, sie seien in einer Wanderung über die Flüsse des Nordens, den Jenisej hinauf hin zur Angara-Quelle in den Baikal gelangt.
Fakt ist, sie sind da, und zwar in einer Population von schätzungsweise 60.000-100.000 Exemplaren. Weder eine im Jahr 1987 beobachte Epidemie, der tausende Robben zum Opfer fielen, noch verstärkte Umweltbelastungen oder die zwar verbotene, dennoch praktizierte Jagd auf die jungen Heuler im Frühjahr haben sie aussterben lassen. Bis jetzt. Zum Glück ...aber keine Glückssache, oder?