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"Skifahren mal anders" oder "Unterwegs wie die Trapper"

Dass in Russland alles größer und dicker ist, haben wir schon in der Schule gelernt. Jetzt konnten wir uns mit eigenen Augen davon überzeugen, dass das auch auf so profane Dinge wie Skier zutrifft. Für eine Wanderung in die Berge lag bei unserem Besuch im Januar zu viel Schnee, wir wären bis fast zu den Hüften darin verschwunden. Der Ausweg - die Reservatsleitung hat im letzten Jahr 10 Paar original sibirische Holzski gekauft, die man sich jetzt ausleihen kann, um wie die Einheimischen Jäger den Trail auch im Winter begehen zu können. Sie sind ungefähr 15 cm breit, untendrunter mit Fell bespannt und haben eine einfache Bindung aus Leder- oder Stoffriemen. Besondere Schuhe brauch man nicht, allerdings sollten die Schuhe ziemlich breit und dick sein, da die Bindungen sehr großzügig ausfallen. Man kann sich aber wohl auch entsprechende Stiefel ausleihen, die dann auch schön filzgefüttert sind. Dazu kriegt man noch einen langen Stock in die Hand und schon kann's los gehen - z.B. direkt hinter der Zentrale auf dem "Eco-Walk" ins Zedern-Tal.

Mit Eleganz hat das ganze - zumindest bei uns - nicht viel zu tun und die Ski und Bindungen sind auch eindeutig nicht für schicke Pistenhasen oder ungeduldige Loipenrenner gedacht. Breitbeinig schiebt man gemütlich einen Ski nach dem anderen nach vorn und auch wenn einem ab und zu einer durch die lose Bindung aus der Spur gerät, wird das Bergaufkraxeln plötzlich zum Treppensteigen, weil durch das Fell auf der Unterseite der Ski keinen Millimeter rückwärts rutscht. Ein Traum für alle, die immer in der V-Stellung am Hang stehen und hilflos zurück rutschen.

Etwas ungewohnt war am Anfang das Laufen mit nur einem Skistock, bis uns unser Ranger Nikolai Nikolaijewitsch aufklärte, dass der Stock nur dazu da ist, die Balance zu halten oder Schnee von den Bäumen zu holen (vor einem, oder hinter einem, falls der Hintermann gerade nicht aufpasst) und ansonsten brav in der rechten Hand getragen wird... Und irgendwie ging das dann auch. Unterwegs kreuzten einige Tierspuren unseren Weg, vom Fuchs, Hase, Eichhorn bis hin zum Zobel, die uns alle erklärt und für eine spätere erneute Zählung markiert wurden. Ein herrliches Abenteuer, durch die verschneite Taiga zu stapfen und das auch noch bei gemütlichen -8 °C.

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