
Nur wenige Orte am Baikalsee haben international eine derartige Bekanntheit erlangt, wie das 17000 Seelen Städtchen Baikalsk. Der Ort entstand gleichzeitig mit dem Bau der berüchtigten Zellulosefabrik im Jahre 1960 und noch immer leben die meisten Einwohner von der Fabrik, dem größten Arbeitgeber am Baikalsee.
Bereits aus der Ferne deuten die nicht zu übersehenden rauchenden Schornsteine auf die auch "Dreckschleuder" genannte Fabrik hin, aus der Nähe ist sie ohnehin nicht zu überriechen! Der Bau war von Anfang an umstritten und in den letzten Jahrzehnten wurde die Lage etwas entschärft, d.h. der Ort erhielt eine Kläranlage, die Produktion wurde umgestellt und teilweise wird das Wasser auch gereinigt. Gelöst ist das Problem damit aber noch lange nicht. Für eine Fabrik nach westeuropäischen Standards fehlt bisher das Geld und der Wille in Moskau, obwohl von der Schließung bis zur Herstellung von Möbeln alle Varianten schon zur Entscheidung anstanden.